Museumsbauten

 

 

Der Hauptsitz des Liechtensteinischen Landesmuseums besteht seit 2003 aus einem Gebäudeensemble. Dieses setzt sich zusammen aus zwei historischen Gebäuden, der ehemaligen herrschaftlichen Taverne und dem Verweserhaus, sowie einem 1999 bis 2003 errichteten Erweiterungsbau.

Am Ort, an dem heute das Landesmuseum steht, befanden sich ab 13./14. Jahrhundert Wohn- und Wirtschaftsbauten, die als Sitz der gräflichen Verwaltung dienten. Hieraus entstand durch An- und Umbauten das nachmalige Verweserhaus. Ein um 1440 daneben errichtetes Gebäude mit repräsentativem Innenausbau gehörte ebenfalls der Landesherrschaft und wurde später als Taverne genutzt (zum „Hirschen“, später zum „Adler“).

Beide Gebäude wurden wiederholt um- und ausgebaut und hatten verschiedene Funktionen. Das Verweserhaus war ab 1594 Wohn- und Amtssitz der Landvögte bzw. Landesverweser (daher der Name „Verweserhaus“). In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts diente es als Amtsitz des Oberamtes (Regierung) sowie als Tagungsort des Ständelandtags, der Vorgängerinstitution des Landtags. In der herrschaftlichen Taverne bestand bis 1856 ein Gasthausbetrieb. Von 1865 bis 1905 war das Gebäude Sitz der Landesregierung. 1972 wurde es zur Heimat des Liechtensteinischen Landesmuseums.

Das 1994 eröffnete Bäuerliche Wohnmuseum in Schellenberg gehört ebenfalls zum Landesmuseum. Das Wohnmuseum ist im sogenannten Biedermann-Haus untergebracht, einem 1518 entstandenen Holzhaus. Es wurde mehrere Male ab- und an einem neuen Standort in Schellenberg wieder aufgebaut.

Das 1930 gegründete Postmuseum, seit 2006 Teil des Landesmuseums, befindet sich seit 1957 im sogenannten Engländerbau in Vaduz. Dieses Gebäude wurde 1933 im Auftrag eines englisch geführten Lotterieunternehmens als Geschäftsgebäude errichtet und nach der Schliessung der Lotterie 1934 für verschiedene Zwecke genutzt. Heute befindet sich darin neben dem Postmuseum der Kunstraum Engländerbau, in dem Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt werden.